Was ist der Unterschied zwischen Bauschutt und Bodenaushub?
Bau- und Abbruchabfälle sind mengenmäßig der größte Abfallstrom in Deutschland. Die richtige Trennung entscheidet über Kosten, die bei einem Einfamilienhaus schnell fünfstellig werden.
Bild: KI-erzeugtBauschutt sind mineralische Reste aus Bau und Abbruch, Bodenaushub ist natürlich gewachsenes Erdreich. Beide sind verschiedene Abfallarten mit eigenen Entsorgungswegen, Nachweispflichten und Preisen.
Bodenaushub
Das ist natürlich gewachsener oder umgelagerter Boden ohne Fremdbestandteile. Er fällt beim Ausheben der Baugrube an und macht mengenmäßig den größten Teil aus. Unbelasteter Aushub lässt sich wiederverwenden, etwa zur Verfüllung oder Geländemodellierung. Ist er belastet, gelten je nach Einstufung andere Wege, und die Kosten steigen erheblich. Über die Einstufung entscheidet eine Analyse, nicht das Aussehen.
Bauschutt
Das sind mineralische Reste aus Bau und Abbruch: Beton, Ziegel, Fliesen, Mörtel. Sortenrein gesammelt ist Bauschutt gut verwertbar und wird zu Recyclingbaustoffen aufbereitet. Vermischt mit Holz, Kunststoff, Gips oder Dämmstoff wird daraus Baumischabfall, und der kostet ein Vielfaches. Der Preisunterschied zwischen sortenreinem Bauschutt und Baumischabfall beträgt häufig das Drei- bis Fünffache je Tonne.
Gefährliche Abfälle
Getrennt zu halten sind Abfälle mit Schadstoffen, insbesondere asbesthaltige Baustoffe, künstliche Mineralfasern älterer Bauart und teerhaltige Materialien. Sie unterliegen eigenen Nachweispflichten und dürfen nur von zugelassenen Betrieben behandelt werden. Bei Gebäuden aus der Zeit vor 1993 ist mit asbesthaltigen Produkten zu rechnen, und eine Erkundung vor dem Abbruch ist die Regel.
Warum die Trennung sich rechnet
Ein Container mit Baumischabfall kostet ein Mehrfaches eines Containers mit sortenreinem Bauschutt. Bei einer Sanierung mit 10 Containern entscheidet die Disziplin auf der Baustelle über einen vierstelligen Betrag. Deshalb gehört die Trennung in die Ausschreibung und nicht in die Hoffnung.
Was in den Vertrag gehört
Wer entsorgt, welche Fraktionen getrennt werden und wer die Nachweise führt. Ohne diese Angaben landet die Entsorgung im Nachtrag.
Sinnvoll ist eine Position je Fraktion mit geschätzter Menge in Tonnen und einem Preis je Tonne.
Für den Bauherrn ist wichtig, dass er als Abfallerzeuger Verantwortung trägt. Eine Übergabe an einen nicht zugelassenen Betrieb bleibt sein Problem.
Deshalb gehören Übernahmescheine in die Bauakte, und zwar zu jeder Fuhre.
Bodenaushub sollte vor Baubeginn beprobt werden. Eine Analyse kostet je Probe 150 bis 400 Euro und verhindert eine Fehlkalkulation im Aushub.
Wer erst nach dem Ausheben feststellt, dass der Boden belastet ist, zahlt Lagerung, erneute Verladung und den teureren Entsorgungsweg.
Zu bedenken ist außerdem der Platzbedarf. Aushub lockert sich beim Lösen um 20 bis 30 Prozent auf, und wer die Zwischenlagerung nicht einplant, muss doppelt transportieren.
Bei einer Baugrube mit 300 Kubikmetern Aushub bedeutet das rund 80 Kubikmeter zusätzliches Volumen auf dem Grundstück. Wer diesen Platz nicht hat, sollte den Abtransport direkt einplanen und den Preis je Tonne vorher vereinbaren. Übliche Sätze liegen bei unbelastetem Aushub bei 10 bis 25 Euro je Tonne, bei belastetem Material ein Vielfaches davon. Die Analyse je Probe kostet dagegen 150 bis 400 Euro und ist damit die günstigste Position im ganzen Vorgang. Wer sie einplant, kennt die Entsorgungskosten vor dem ersten Baggerhub und muss nicht mitten im Aushub neu kalkulieren.